Tag 2 - Schleimhäute befreien

Was hat der Darm mit dem Rauchen zu tun?

Beim Magen-Darm-Trakt denkt man unwillkürlich an die Verdauungsfunktion, also die Aufschlüsselung der Nahrung. Daneben ist der Darm aber auch wesentlicher Bestandteil unseres Immunsystems. Er beherbergt rund 80 Prozent aller Immunzellen, weil hier auf immerhin rund 400 m2 Kontaktfläche der größte Austausch mit Fremdstoffen möglich ist. 

Die dritte Aufgabe des Darms ist Gegenstand noch recht junger Forschungen: Ein Geflecht aus etwa 100 Millionen Nervenzellen, das den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht, wird auch „Bauchhirn“ genannt. Es steht in enger Verbindung mit unserem zentralen Nervensystem im Gehirn, der Schaltzentrale für unsere meisten Körperfunktionen.

Unser Darm stellt ein eigenes Mikro-Ökosystem, das Mikrobiom dar. Es ist von einem Vielfachen an Bakterien besiedelt als unser gesamter Körper überhaupt Zellen hat! Im Idealfall sind auf einer intakten Darmschleimhaut bis zu 2000 verschiedene Bakterienarten zu finden. Sie bilden eine ausgewogene Darmflora und sind bei jedem Menschen individuell wie ein Finderabdruck. Anders als ein Finderabdruck ist das Mikrobiom jedoch ständig veränderbar, weil es stark von der Lebensweise abhängt. 

Gerade bei Raucherinnen und Rauchern gerät die Darmgesundheit zunehmend in den Blickpunkt. Durch das meist leicht erhöhte Stoffwechseltempo hat der Verdauungstrakt bei ihnen mit zweierlei Problemen zu tun. Zum einen bleibt oft nicht genügend Zeit, um sämtliche wertvollen Wirkstoffe aus der Nahrung aufzuschlüsseln und zu verwerten. Das kann sich leicht in einem Mineralstoff- und Vitaminmangel niederschlagen. Zum anderen ist der Organismus tagtäglich mit einer Vielzahl von potenziell schädlichen chemischen Verbindungen konfrontiert, was zu Stress und Anfälligkeit des Darms für Parasiten, Pilze und ähnlichem führen kann.    

Die Ursachen einer Störung der Darmflora liegen meistens in unserer nicht „menschen-gerechten“ Ernährung: Zu viel Zucker, Alkohol, künstliche Zusatzstoffe und minderwertige Fette, wie sie in Fast Food und industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu finden sind. Neben der Ernährung spielen aber vor allem Rauchen sowie andere Umweltgifte, Medikamente und natürlich andauernder Stress fast ebenso wichtige Rollen.

Rauchen kann nicht nur Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen hervorrufen; es erhöht auch das Risiko für chronisch entzündliche Darmleiden wie z. B. Morbus Crohn, was Raucher doppelt so häufig wie Nichtraucher betrifft. Der Zigarettenrauch selbst steht im Verdacht in der Darmschleimhaut die Anzahl jener Zellen zu erhöhen, die entzündungsfördernde Botenstoffe abgeben.

Wie können Sie nun Ihren Verdauungstrakt optimal auf einen
Rauchstopp vorbereiten?

Zunächst lohnt es sich die eigene Mahlzeitenfrequenz einmal kritisch zu betrachten: Dadurch, dass Essen ständig und überall verfügbar ist, gibt es kaum noch Pausen zwischen den Mahlzeiten. Besonders im Homeoffice lauert die Gefahr des permanenten Snackens.  Außerhalb des Hauses locken Coffee-to-go und der appetitanregende Duft aus Bäckereien oder Imbiss-Ständen zum schnellen Konsum. Die Folgen: Wegen fehlender Erholungspausen zwischen den Mahlzeiten geht das Gefühl für echten Hunger verloren und der Magen-Darm-Trakt ist ständig gefordert, weil er ohne Unterlass arbeiten muss. 

Nehmen Sie im zweiten Schritt die „guten“ und die „schlechten“ Darmbakterien unter die Lupe: Letzteren entziehen Sie einfach die Nahrung, indem Sie säurebildende Lebensmittel reduzieren: Verringern Sie soweit wie möglich Zucker, Weißmehl, Milchprodukte (außer fermentierten), Fleisch (besonders das rote), Alkohol, Tee und Kaffee sowie zucker- und süßstoffhaltige Getränke.  Fertiggerichte stören die Darmflora durch Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe. Die guten Darmbakterien freuen sich über Wasser, z. B. mit Zitrone, Tees aus frischem Ingwer oder Minze, hochwertige kaltgepresste Öle, Walnüsse, Samen und Körner. Bitterstoffe aus Gemüsen wie Ruccola, Chicorée oder Petersilie regen die Gallenflüssigkeit an und helfen bei der Fettverbrennung.

Experimentieren Sie beim Kochen mit frischen oder getrockneten Bio-Kräutern!  Ihr hoher Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und vor allem den sekundären Pflanzenstoffen wie z. B. Antioxidanzien hilft dem Organismus Krankheitserreger zu bekämpfen. Sie halten Bakterien, Pilze und Viren in Schach, wirken lindernd bei Entzündungsprozessen, unterstützen die Entgiftung und stärken damit nicht zuletzt das Immunsystem. Nebenbei steigern sie Geschmack und Genuss Ihrer Ernährung.

Als Sofortmaßnahme, wenn es um die vorbeugende Gesunderhaltung des Verdauungssystems geht, ist ab und zu eine gründliche Reinigung des Darms zu empfehlen. Dies muss nicht gleich als Fastenkur mit einer kompletten Darmentleerung passieren. Es gibt alte Hausmittel, mit denen sich der Darm auf eine sanfte und doch effektive Weise von belastenden Stoffen befreien lässt, z. B. mit einem heimischen Superfood, den Leinsamen. Ein Rezept dazu finden gleich nachfolgend hier unter diesem Text.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes neues Bauchgefühl!

Ihre Regina Hildebrandt

Rezept

Sanfte Reinigung mit Leinsamenmehl – eine Wohltat für den Darm

Als einfacher und von vielen Menschen auch als deutlich angenehmer als eine Darmreinigung mittels Einlaufs wird eine Kur mit Leinsamenmehl empfunden.

Das sehr feine Leinsamenmehl wird in Kefir gerührt und morgens statt des Frühstücks eingenommen.  Es legt sich von innen an die Schleimhäute und erreicht so die gesamten Darminnenwände. Die schmackhafte Alternative zur ersten Mahlzeit des Tages hat dabei kaum Kalorien, dafür aber einen langen Sättigungseffekt.

Das Wichtigste jedoch: Das alte Hausmittel hilft bei der Ausleitung von Schadstoffen, indem es diese aufnimmt und aus dem Verdauungstrakt ausscheidet.  Auch gegen Darmparasiten und auf die Regulierung des Fett-, des Kalzium- und Energiestoffwechsels wirkt sich der Drink positiv aus. Trotz der Reinigungswirkung wird die Darmflora bei dieser Art Kur nicht nur geschont, sondern aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe des Leinsamens in ihrer gesunden Zusammensetzung gefördert.

Anwendung, jeweils morgens statt Frühstück:

Erste Woche

1 Teelöffel Leinsamenmehl mit 100 ml Kefir

Zweite Woche

2 Teelöffel Leinsamenmehl mit 100 ml Kefir

Dritte Woche

3 Teelöffel Leinsamenmehl mit 150 ml Kefir

Das Leinmehl in den Kefir (alternativ: griechischer Joghurt, Naturjoghurt) ein-rühren und zügig in kleinen Schlucken trinken oder löffeln. Zusätzlich braucht der Organismus jetzt besonders viel Flüssigkeit; 200 ml Wasser oder ungesüßter Tee pro Stunde sollten es schon sein. Außerdem freut sich der Darm in dieser Zeit über leichte Kost: viel rohes Obst und Gemüse, Vollkornprodukte statt Weißmehl, Fisch statt Fleisch, möglichst keine weiteren Milchprodukte, Trockenfrüchte zum Knabbern.

Mit dieser dreiwöchigen sanften Kur entlasten Sie Ihren gesamten Verdauungs-apparat und verwöhnen ihn geradezu mit „gutem Futter“ für die Darmbakterien. Derart von „Altlasten“ befreit kann er nach dem Rauchstopp effektiv arbeiten und auch der angekurbelte Fettstoffwechsel steuert einer ungewollten Gewichtszunahme entgegen.

Wollen Sie Ihrer Darmgesundheit für die Zukunft weiterhin Gutes tun, achten Sie auf eine Probiotika-reiche Ernährung. Die „guten“ Bakterien finden sich in fermentierten, also durch Milchsäurebakterien umgewandelten Produkten wie Quark, Kefir, Käse oder Joghurt, aber auch in verschiedenen pflanzlichen Produkten wie z. B. frischem Sauerkraut oder Mixed Pickles.

Regina Hildebrandt bigmoment – Bussestr.13 – 22299 Hamburg Telefon 040-57 26 12 51 – hildebrandt@bigmoment.de

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